Sie will es

Jochen kam sich komisch vor, wie er hier so mit diesem Mädchen – oder sollte er sagen Frau – im vierten Stock eines Wohnsilos der Weststadt stand. Irgendwie war alles so schnell gegangen. Er war gerade dabei gewesen, sich tief in das Wesen des schottischen Whiskeys hineinzuversetzen – einer Tätigkeit, der er seit Martina immer häufiger frönte – als auf einmal ein paar braune Locken in sein Glas hingen. Von hoch oben hörte er: „Was ist denn das Widerliches?“

Er hatte gar nicht gemerkt, daß er bereits unter den Tisch gerutscht war und so sah er denn aufwärts in ein vor Ekel verzogenes, weibliches Gesicht und fing an etwas zu lallen, daß er sein Feuerzeug verloren hatte oder so was. Im nächsten Moment hatte ihn die Gestalt schon kräftig am Kragen gepackt und an einen Bistrotisch gelehnt. Er versuchte der vielen sich verschiebenden Gesichter Herr zu werden, die sich rund um ihn drängten, als ihn etwas klatschend im Gesicht traf. Sie trug Lederhandschuhe, das hieß nur einen, denn mit dem anderen wischte sie noch ein paarmal sein dämliches Grinsen hinweg. „Aua“, sagte Jochen ganz leise. „So einen wie dich Freundchen, suche ich schon lange,“ sagte das Gesicht und das klang irgendwie gar nicht so als ob es Spaß machte. Im Nu hatte sie Jochen am Kragen gepackt und vor sich her durch das Lokal zum Ausgang geschoben. Draußen schnappte sie sich ein Taxi und entführte ihn ohne zu fragen. Die ganze Fahrt über sagte sie nichts, und Jochen, dem gerade übel wurde, auch dementsprechend wenig.

Dann standen sie in besagtem Wohnsilo und langsam dämmerte ihm eine einzige Frage: Was soll ich hier? Doch bevor er sie stellen konnte, waren sie auch schon in einer stockdunklen Wohnung, die Tür verschlossen und Jochen japsend mit dem Kopf unter der kalten Dusche, gehalten von einer kräftigen Hand im Genick. Er richtete sich auf und das Wasser lief in seinen Nacken und über seinen Rücken. Dann verschwanden irgendwie seine Jacke und seine Hose und er fand sich in der Küche wieder mit einem dampfenden Kaffee, gewürzt mit Alka Seltzer, in der Hand. „Wäre doch gelacht, wenn wir Dich nicht wieder klar kriegten.“

Jochen sah auf und bemerkte zum ersten Mal, daß die Frau ein schönes Gesicht hatte, das jedoch keineswegs freundlich zu ihm herübersah. Er schaute wieder in seinen Kaffee und erspähte einen Anblick seines eigenen Gesichtes, mit nassen Haaren wirr darin, das sich in kleine Ringe aufteilte, die durch seine zitternden Hände verursacht wurden. Er beschloß, zunächst nichts zu sagen, bis er sich über seine Lage im Klaren war.

„Los, ab ins Wohnzimmer!“ Jochen gehorchte, aber kaum standen sie im Flur, fühlte er zwei Hände, die sich mit atemberaubender Geschwindigkeit in seinen Slip schoben und ihn hinunterzogen. Die eine legte sich kurz darauf von hinten um seine gesammelten Werke und er registrierte mit einigem Erstaunen, daß sein unsteter Lebenswandel ihm noch nicht den letzten Rest von Männlichkeit geraubt hatte. Seine Gastgeberin begutachtete das mit gerunzelter Stirn.

„Du,“ begann Jochen, „äh, was soll das eigentlich alles?“ „Ganz schönen Hammer hast Du da.“ bemerkte sie abwesend. Jochen wurde rot, denn ihre Aufmerksamkeit begann bereits Folgen zu zeitigen. Dann schob sie ihn ins Wohnzimmer.

In der Mitte des großen Raumes stand ein schwarzer Marmorsockel. Eine seltsame Apparatur hing an einem Gerüst über dem Podest. „Los, rauf da!“ Jochen gehorchte. Die Frau legte rasch ein paar weiche Fesselschlaufen um seine Fußgelenke. Jochen schwankte um sein Gleichgewicht. Sie fing seine verdutzt rudernden Hände in zwei von dem Gerüst hängenden, gepolsterten Ringen und ließ ihn wie einen Galeerensklaven darin hängen. Jochen war jetzt völlig verwirrt, fast panisch. Ein Gefühl, daß die entschlossenen Züge der Frau auch nicht gerade verfliegen ließen.

„Na, wie lange hast Du es schon nicht mehr getrieben?“ fragte sie und wog seine Hoden in ihrer Rechten. Jochen dachte an die schrecklichen Wochen, seit Martina nicht mehr da war… „Los, sag schon!“ „Ich… ungefähr acht Wochen.“ „Wunderbar, prima!“

Sie verließ das Zimmer. Jochen fröstelte. Warum war er mitgekommen? Er wußte es nicht. Aber hatte sie ihm denn überhaupt eine Chance gelassen? Nein, sie hatte ihn einfach gekidnappt. Eins war ihm jedenfalls klar: Sie schenkte ihm Aufmerksamkeit, wenn sie auch ein bißchen abgedreht zu sein schien. Ihm fiel ein, was er von Dominas und Sado-Maso Praktiken gehört hatte. Aber holten die sich denn ihre Partner/Opfer von der Straße? Sein Gedankengang wurde jäh unterbrochen, als sie den Raum wieder betrat.

Jochen stockte der Atem. Sie war von Kopf bis Fuß in glänzendem Schwarz gekommen. Man konnte nicht sagen, ob es überhaupt Stoff war oder Haut. Selbst die glatte, glänzende Fläche zwischen ihren Beinen durchbrach die Illusion nicht. Ihre Brustwarzen zeichneten sich deutlich ab, ihr Mund war nur eine grellrote Wunde, ihre Haare unter einer dichten Haube verschwunden. Irgendwie erinnerte sie Jochen an ein großes Insekt.

Sie sagte kein Wort während sie sich auf Jochen zu bewegte. Er fühlte leichte Erregung in sich aufsteigen. ‚Ich bin die Beute‘ dachte er bei sich, doch der Gedanke war ihm nicht unangenehm. Die Wunde öffnete sich und ein Zischen drang aus ihr hervor, dann wickelte eine schwarze Hand einen dicken Lederriemen um sein noch schlaffes Glied und verknotete die Enden hinter seinem Rücken. Sie stellte sich hinter ihn und schmiegte ihren glatten Körper an den seinen. Jochen fühlte seinen Penis gegen seine lederne Hülle pochen. Ihre Hände fuhren über seine Brust, reizten seine Brustwarzen, kitzelten seine Achseln und kniffen seinen Hintern. Die roten Lippen glitten seine Wirbelsäule hinunter und bissen hier und da leicht in den Rückenmuskel. Dann knabberten sie an seinen Oberschenkeln und Waden herum bevor sie an der Innenseite der Schenkel entlang seine Hoden erreichten. Spöttisch grinsend bliesen sie nur an dem ledernen Gefängnis entlang, in dem sich Jochens Schwanz heftig in Ausbruchsversuchen erging.

Die Lady stellte sich nun vor ihn hin, so daß er sie zwar sehen, aber auf keinen Fall berühren konnte und begann ihre schwarzglänzenden Brüste zu kneten. Das knarrende Geräusch, das dabei entstand, heizte Jochen nur noch mehr an. Eine Hand stahl sich hinab zwischen ihre Beine und kreiste an der Stelle, an der Jochen auch so gerne mit seinen Lippen gekreist hätte. Er zerrte probeweise an seinen Fesseln, aber die Frau hatte ganze Arbeit geleistet.

Sie ließ sich jetzt auf die Knie nieder und öffnete den Knoten an seinem Rücken. Dann nahm sie das Lederband zwischen ihre vollen Lippen und wickelte vorsichtig Runde um Runde ab. Sie blies vorsichtig auf Jochens rot emporragendes, heißes Glied. Die Zungenspitze stahl sich hervor und züngelte nur Millimeter vor der Eichel in der Luft herum. Jochen wollte sein Becken vorschieben um die weiche Hitze ihres Mundes zu genießen, doch dann fiel ihm auf, daß er bereits so weit wie möglich nach vorne gebogen war. Sie bemerkte seine Bemühungen, grinste und suchte seinen Blick. Er sah direkt in diese großen Augen und las Verlangen darin. Verlangen nach etwas von ihm. Oh, er wollte es ihr schon geben, wenn sie ihn nur ließe. Doch davon war keine Rede.

Jetzt öffnete sie den Mund und ließ ihn über seinen Penis gleiten, jedoch ohne ihn zu berühren. Jochen wurde fast wahnsinnig. Sein Schwanz pulsierte stark und ein Summen machte sich in ihm breit. Ein Tropfen erschien auf seiner Spitze. Die Frau schien sehr erfreut darüber und machte Anstalten ihn aufzulecken. Doch einen zehntel Millimeter entfernt stoppte ihre Zunge in der Luft. Sie schürzte die Lippen und machte saugende Geräusche. Jochens Lenden zitterten unkontrolliert. Nun griff sie seine Hoden und einen Zentimeter vor seiner Eichelspitze standen diese saugenden Lippen unbeweglich in der Luft. Ihre Bewegungen wurden heftiger, sie massierte seine Hoden rhythmisch. Jochen schwitzte. Sein Penis war so prall wie nie zuvor. Er glaubte sein Herz würde gleich den Dienst quittieren. Sein Atem ging stoßweise. Eine Hitzewelle nach der anderen flutete durch seinen Unterleib. Eine stärker als die andere. Die Augen der Frau weiteten sich erwartungsvoll. Sie sog immer noch Luft ein.

Plötzlich schob sie seine Hoden mit kundigem Griff nach Oben. Auf Jochen wirkte das wie eine Initialzündung. Mit einem gurgelnden Schrei schleuderte er seinen Saft in die Luft, direkt in eine seltsam geformte Tüte, die die Frau auf einmal hervorgezaubert hatte. Stoß um Stoß floß das Sperma aus ihm heraus. Er glaubte das ganze Wohnzimmer füllen zu können.

Ermattet hing er in den Armketten. Er war völlig fertig. Die Frau ging durch das Wohnzimmer zu einer tonnenförmigen Apparatur und nahm den Deckel ab. Nebel quoll aus dem Inneren. Sie hing den Schlauch hinein und schloß den Deckel wieder. Jochen war sprachlos. Die Frau kam zu ihm zurück und zog sich die Gummihaut vom Kopf.

„Danke schön, Jochen. Du bekommst demnächst dreihundert Mark auf dein Konto überwiesen. Vom Deutschen Samenspendezentrum.“ „Aber,… aber, wieso machst Du das?“ ächzte Jochen. „Weißt Du, Jochen, in meinem Job reicht man normalerweise nur ein paar Pornoheftchen hinter sterile Vorhänge. Ich habe beschlossen als freie Mitarbeiterin auf Provisionsbasis zu arbeiten. Und wer hat gesagt, daß Arbeit keinen Spaß machen darf.“ Sie grinste verschmitzt. Jochen lachte auf einmal lange und erleichtert. „Ich verstehe. Darf ich wiederkommen?“ „Du verstehst nicht. Ich komme zu Dir, nicht Du zu mir, alles klar?“ „Alles klar.“