Die Verkäuferin

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|1) Die Dame im silbernen Kostüm
Die Kasse klickt wieder zu. Im Display leuchtet noch der Betrag 1057,80 DM und die Bestätigung, daß die Abbuchung erfolgt ist. „Hier Ihre Karte zurück“. Der Herr neben dem kleinen Kassentresen steckt sie ein und nimmt die große Tüte entgegen. „Auf Wiedersehen. Kommen sie wieder zu uns.“ Der Mann lächelt und geht mit seiner Begleiterin heraus. Sicher sind beide schon im Gedanken auf ihrer anstehenden Silberhochzeitsfeier, für die die Dame gerade ein sehr schönes bordeaux-rotes Seidenkostüm gekauft hat.

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Die Verkäuferin schaut den Kunden nach und denkt sich wie der Zahlungsvorgang gerade online in die Zentrale gegangen ist. Wie sie ihren Chef kennt, streicht er sich jede 4-stellige Buchung auf dem Ausdruck an. Ihre Kollegin steht bei zwei jungen Mädchen an einem Kleiderständer. Scheinbar Touristinnen, die sich verirrt haben. Denn die Sachen dort vor ihnen, liegen sicher über ihren Möglichkeiten. Einen ganz anderen Eindruck macht die Dame, die dort bei den langen Kleidern steht. Obwohl sie bis jetzt nur von hinten zu sehen ist, kann die Verkäuferin sie gut einschätzen. Goldblonde schulterlange Haare in gepflegter Frisur. Sie trägt ein hellgraues, fast silbernes Kostüm. Ein stark taillierter Schnitt, der sehr an das Bild aus der „Jil-Sander-Werbung“ erinnert. Beneidenswerte Figur. Dazu passende dezente Strümpfe und graue Pumps mit modisch geschwungenem Absatz. Also dann, das nette Lächeln aufgesetzt und los geht es :“Kann ich Ihnen helfen?“. Jetzt läßt die Frau ihr Gesicht sehen. Durch das dezente Make-up sind kleine Fältchen an den Augen zu erkennen, ohne die man sie für höchsten Mitte dreißig gehalten hätte. Aber diese kleinen Verräter zeigen der Frau gegenüber, daß sie vermutlich um die 45 ist. „Ich brauche ein langes Kleid für einen Ball heute abend. Habe eben erst die Einladung bekommen.“ Sie zieht ein rotes, schmal geschnittenes Kleid hervor und sieht es sich an. „Da findet sich sicher etwas. Dieser Schnitt gefällt ihnen?“; die Verkäuferin schaut auf das Modell. Es ist sehr schlicht und zeitlos elegant. „Dort drüben können sie probieren“ Die Kundin lächelt sie an und geht mit dem Kleid in Richtung Umkleidekabine, hängt das Kleid an den Haken und legt die Handtasche auf den Stuhl. Der Vorhang geht vor und man kann von außen unter dem Stoff beobachten wie sie die Pumps auszieht. Das Rascheln der Jacke…dann ist zu erkennen wie sie aus dem Rock steigt. Das Zippen des langen Reißverschlusses am Kleid….ein weiteres Rascheln….dann der rote Stoff an ihren Beinen….der Vorhang geht etwas zur Seite und sie sieht mit dem Kopf heraus. „Ach sind sie so nett und helfen mir bitte?“ „Natürlich“ Die Verkäuferin kommt neben dem Vorhang in die Kabine. Die Kundin steht in ihrer Unterwäsche, mit herabgelassenem Kleid vor ihr. Es ist nichts außergewöhnliches mehr Strümpfe und Strapse in allen Variationen zu sehen, seit die Mode wieder etwas Reizvolleres erlaubt. Vor einigen Jahren bekam man Strumpfhalter nur in dunklen Erotik-Shops. Nun findet man sie in jeder Kaufhaus-Wäscheabteilung. Was die Dame hier aber zeigt, ist schon etwas Besonderes. Sie trägt ein festes weißes Jacquard-Korsett mit breiten Strumpfhaltern, das unter dem sehr feinem BH beginnt und auf den Hüftknochen endet. Kein billiger Kaufhausramsch, der nicht alltagstauglich ist. Ein zum BH passender Slip läßt erkennen, daß sie sich rasiert. „Ich komme mit dem Reißverschluß nicht zurecht, kann mich wegen dem Korsett nicht richtig bücken“ Die Verkäuferin lächelt freundlich und gesteht, daß sie das Problem auch kennt. Obwohl die Kabine verhältnismäßig groß ist, so kommen sich die beiden Frauen doch sehr nah. „Sie tragen ein sehr schönes Korsett. Von Axfords?“ „Oh Sie kennen sich aus?“ das Gesicht der Halbnackten hellt sich auf. „Nein, eine Maßanfertigung. Tragen sie auch Korsetts?“ Die Verkäuferin nickt und geht hinter der Frau in die Hocke um das Kleid heraufzuziehen, riecht dabei ihren Duft und berührt das zarte Material über Strümpfe. Über die Hüften…an der Taille bis unter die Brust. Die Frau steckt die Arme durch die kurzen Ärmel und dreht der Gehilfin den Rücken zu. Langsam zieht sie den Reißverschluss hoch und verfolgt, wie der Blick auf die Wäsche unter dem roten Vorhang geschlossen wird. „So fertig“ ….sie beobachtet wie sich die Kundin im Spiegel betrachtet.. „Werden Sie das Korsett heute Abend auch tragen? An der Taille ist es etwas weit jetzt. So eine Wespenfigur ist nicht üblich.“ Die Kundin streicht sich mit den Händen von der Brust über Taille an die Hüften. „Ja, sie haben Recht. Und so kurzfristig ändern geht nicht. Ich werde ohne gehen müssen, oder nicht so stark schnüren.“ Sie bemerkt wie die Verkäuferin sie ansieht. „Gefällt ihnen meine Figur?“ Sie lächelt und streckt ein Bein keck aus dem Seitenschlitz heraus. Das Ziel ihrer Provokation errötet und bringt ein „Ja, sehr“ heraus. Sie ist gerade dreißig geworden und ist von der älteren Frau auf eine merkwürdige Art fasziniert, kann sie jetzt nur noch anstarren. Die Dame im Kleid merkt das und kommt nun sehr nah, hebt mit einem Finger am Kinn den gesenkten Blick der jungen Frau. „Gefalle ich dir?“ Die Zeit steht still….es erscheint wie viele Minuten und doch waren es wohl nur Sekunden, bis die Verkäuferin den Vorhang wegschiebt und heraustritt, ..schwer atmend draußen stehen bleibt. Sekunden vergehen. Die Kundin tritt aus der Kabine heraus…dreht sich mit dem Rücken zur jungen Frau. „Bitte machen Sie noch den Reißverschluss auf. Ich nehme das Kleid“
Der Frau an der Wand ist immer noch etwas blümerant. Sie bekommt kaum mit, wie die Dame mit dem Kleid auf dem Arm zur Kollegin an die Kasse geht, bar bezahlt und den Laden verlässt. Sie stößt sich von der Wand ab und setzt sich in die Kabine, auf den Stuhl, auf dem eben noch die Handtasche der Frau lag. Sie sieht in den Spiegel in ihr Gesicht. In große dunkle Augen…sieht tiefer und sie sieht sich ….auf dem Weihnachtsmarkt vor fast 12 Jahren…..wie sie mit der Schulfreundin Yvonne im kalten Nieselregen zwischen den Buden entlang geht….

2)Yvonne
Yvonne sieht lustig aus mit ihren blonden Korkenzieherlocken und den rosa Ohrenschützern. Obwohl meine Nase so rot und kalt wie ihre ist, muss ich über ihre lachen. „Oh Mann ist mir kalt“ jammere ich. „Lass uns heimgehen“ bettelt sie. Und mir ist das nur Recht.
„Genesis“ spielen auf dem Plattenteller hinter uns und der Tee duftet nach Brombeeren. Wir sind so langsam wieder aufgetaut und schlürfen an den heißen Tassen. „So langsam geht es wieder“ atme ich auf. „Aber meine Beine sind noch die reinsten Eisbeine“ Yvonne geht es nicht anders und hat den richtigen Einfall „Ein heißes Bad, das wäre jetzt gut“ Ich ziehe die Achseln hoch. Ja warum nicht? Es dauert nicht lange, da blubbert das warme Wasser in die Badewanne. Während Peter Gabriel einen seiner schwierigen Texte singt, ziehen wir uns aus. Man betrachtet sich gegenseitig, ob der Busen bei der anderen nun schon mehr gewachsen ist, seit dem letzten Sportunterricht, aber ansonsten ist das Gegenüber völlig egal. Langsam steigen wir in die Wanne in der der Schaum hoch steht. Mit dem Gefühl in eine heiße Suppe zu steigen quälen wir uns gemeinsam in die Wanne.
Es ist unmöglich sich nicht zu berühren. Ich liege an ihren Beinen, mit den Füßen fast unter ihrem Po. Ihre Füße liegen an meinem Bauch und etwas tiefer. Nach nur wenigen Minuten auftauen….fange ich mechanisch an ihren Schenkel zu streicheln. Es fühlt sich gut an…warme glatte Haut…von dem Schaum sehr geschmeidig. Ich sehe hinüber an die andere Seite der Wanne. Yvonne hat den Kopf etwas zurückgelegt und die Augen geschlossen.. Nach wenigen Augenblicken ist ihre Hand an meinem Oberschenkel und fährt sanft herüber….ertastet den Muskel…das Knie. Die Hand öffnet und schließt sich…..lässt einzelne Finger wandern und kosen. Dann wieder die Handfläche streichen. Ihr Fuß an meinem Buch wandert etwas tiefer und tastet über meinen Venushügel…..geht tiefer und findet seine Ruhe auf meiner Pussy. Dort drückt und dreht sich der Ballen unendlich langsam und zart….übt einen leichten Druck aus, bringt mich dazu, mich langsam zu öffnen. Ich winde mich leicht und presse meine geöffneten Lippen an ihren Fuß…lassen meine Perle der Freundin ganz nah sein. Mir wird immer wohliger und wärmer….langsam versuche ich mich vorzulehnen, ohne ihren Fuß zu verlieren. Es misslingt, ich spüre wie sie ihr Bein anziehen muss und den Kontakt verliert, dafür öffnet sich vor mir ihr Schritt. Ich lege meine Hand auf ihre blonden Schamhaare und kraule zart in ihrem Haar. Mit der anderen Hand gehe ich vor und streichle den Bauch hinauf zu ihren Brüsten. Umfahre die Formen und ergötze mich an den kleinen Punkten auf den Vorhöfen die entstehen, als sich ihre Brustwarzen heben. Nun setze ich mich ganz um…nehme die Beine nach hinten und rutsche etwas auf sie. Küsse ihre Knospen voller Zärtlichkeit und spüre ihre samtweichen Hände auf meinem Rücken. Irgendwie wandert mein Mittelfinger zwischen ihre Schamlippen und windet sich langsam zwischen sie….legt sich an ihre inneren Lippen bis die Fingerkuppe den Eingang findet. Langsam gehe ich vor, das warme Wasser umschmeichelt jede Bewegung. Yvonne rückt ihr Becken unter mir zurecht und windet mir ihre Hüften entgegen. Ich spüre den kleinen Muskel, der Eindringlinge abwehrt. Besteche ihn mit Liebkosungen und Streicheleinheiten, bis er mich vorlässt….mich in sie eindringen lässt. Mein Kopf wird hochgezogen und unsere Lippen finden sich zu einem Kuß. Nie wieder kostete ich weichere Lippen, spürte eine zärtlichere Zunge. Spürte eine Haut, so weich und sinnlich, wie sie kein Mann bieten kann. Ich bewege meine Hand langsam und gefühlvoll. Ertaste ihr Inneres…..lasse den Finger an ihren Lippen entlang gleiten, wenn ich langsam aus- und einfahre. Wir bekommen kaum noch Luft, da unsere Lippen eng geschlossen sind, unsere Zungen einen leidenschaftlichen Kampf ausfechten. Irgendwann spüre ich, dass sich Yvonnes Schenkel spannen…Ihr Atem stockt und sich der Oberkörper durchbiegt. Vor meinem Mund ein Stöhnen…ein sanfter Biss in meine Zunge. Dann das Zucken unter mir….spüre wie sich ihre Muskeln um meinen Finger schließen…..ihn fangen, halten wollen. Ich öffne die Augen und sauge ihr den Orgasmus aus dem Mund.

Irgendwann später ist sie gegangen. In der Schule sind wir uns seit diesem Nachmittag im Dezember aus dem Weg gegangen. Nicht, dass wir uns böse waren. Nein…wir haben einfach nicht mehr miteinander gesprochen. Eine Freundschaft die über viele Schuljahrgänge hielt, war auf einmal ein Tabu.
Und nun?….Wieder einmal ist eine Gelegenheit vergangen. Die schöne Frau im Kostüm ist gegangen, wird wohl nie wiederkommen. Da sie bar bezahlt hat, gibt es nicht einmal einen Namen. Wieder eine Chance vertan. Wieder einmal den Weg genommen, der von der Lust wegführt.

Der Vorhang geht zur Seite. „Alles Klar, Eliza?“ Die Kollegin der Verkäuferin sieht herein. Sieht ihre Filialleiterin auf dem Stuhl sitzen….in den Spiegel glotzen. Als sie hochsieht sind die Tränen deutlich zu sehen, die Wimperntusche und Mascara verlaufen lassen. „Alles klar…Schon gut“., .die Frau auf dem Stuhl kommt hoch und wischt sich die Tränen fort. Sieht auf den grünschwarzen Streifen an ihren Finger, drängelt an der Frau vorbei, die sie seit fast 5 Jahren kennt und die doch nichts von ihr weiß.
Sie geht nach hinten, holt ihre Handtasche und schminkt sich neu. Ist bereit nicht nur diese Maske weiter zu tragen.

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