Die Leserin

Die Leserin

Seit einigen Monaten verfolgen wir, mein Mann Achim und ich, mit Interesse die Entwicklung auf einer Internetseite. Wir haben beide viel Spaß an Erotik, leben seit Jahren in einer Beziehung, die es uns erlaubt, uns auf jedem Gebiet auszuleben.
Auf dieser Seite geht es um erotische Geschichten, und wir lesen sie beide – meist gemeinsam.
Neben den Geschichten schauen wir auch immer wieder ins Gästebuch und Forum – und staunen über die Resonanz, die ein ganz bestimmter Autor dort erfährt. Er veröffentlicht regelmäßig seine Stories und löst damit unglaublichen Wirbel um seine Person aus. Die weiblichen Leser verzehren sich nach ihm, himmeln ihn an, schreiben davon, dass sie sich in ihn verliebt haben, wollen ihn treffen, wollen, dass er sie an dem, was er in seinen Geschichten beschreibt, teilhaben lässt. Die männlichen Leser hingegen werden immer aufgebrachter, beschimpfen ihn, können sich die Faszination, die er auf Frauen ausübt, nicht erklären. Inzwischen wird er regelrecht gejagt, man versucht, seine wahre Identität herauszufinden.
Mein Gott, in seiner Haut möchte ich nun wirklich nicht stecken.
Ein Eintrag im Forum fällt mir besonders auf, ich mache Achim darauf aufmerksam.
Diese Frau scheint sich ernsthaft verliebt zu haben. Sie schreibt ganz offen davon. Sie bittet den Autor um ein Treffen, fragt, was sie dafür tun müßte – ist ganz gefangen von dieser Vorstellung.
Ich kann sie ja verstehen, dieser Mann hat schon etwas besonderes.
Selbst wenn er nicht alles, was er beschreibt auch erlebt hätte – was ihm immer wieder unterstellt wird – selbst dann zeigt er doch eine unglaubliche Einfühlungsgabe.
Ich schaue zu Achim, und weiß, dass ich das große Glück habe, selbst einen solchen Mann an meiner Seite zu haben. Nur, wie müssen sich Frauen fühlen, die dieses Glück nicht haben und nun in den Geschichten lesen, dass es sehr wohl solche Männer gibt, und auch solche Beziehungen, in denen eben „alles“ möglich ist?
Ist es da nicht verständlich, dass sie sich dann an ein Phantom klammern?

Ich lese den Eintrag von Tabitha – so nennt sich die Schreiberin – nochmals.
Er spricht mich auf eine ganz besondere Weise an, ich weiß nicht genau zu sagen, was es ist.
Sind es die Worte, die Ausdrucksweise, die Gefühle, die überdeutlich zwischen den Zeilen zu lesen sind, die Sehnsucht, die daraus spricht?
Als ich wieder zu Achim schaue, merke ich, wie er mich beobachtet, ihn haben Tabithas Worte auch angesprochen, und nun lächelt er mich an.
Wir werden ihr schreiben.
Werden versuchen Kontakt zu ihr aufzunehmen.
Als erstes antworten wir auf ihren Beitrag im Forum, schon am nächsten Tag reagiert sie darauf. So geht einigemal hin und her. Unser Interesse an ihr wird größer, und auch ihr scheint der Kontakt zu uns zu gefallen – also tauschen wir unsere Mailadresse aus. Ein reger Mailkontakt entwickelt sich. Diese Frau gefällt uns immer mehr. Sie ist gewitzt, charmant, hat einen manchmal bissigen Humor und ist doch sehr warmherzig dabei.
Wir stellen fest, dass wir eine Menge gemeinsamer Interessen haben. Nach einigen Wochen wird uns das Mailschreiben zu wenig, wir beschließen zu telefonieren.
Ihre Stimme, auf die wir beide sehr neugierig waren, paßt zu dem Bild das wir uns von ihr gemacht haben, und wir kommen uns immer näher.
Maria – so heißt Tabitha in Wirklichkeit – lebt nach einer gescheiterten Beziehung alleine.
Sie ist eigentlich nicht unglücklich in dieser Situation – sucht nicht krampfhaft nach einer neuen Beziehung – allerdings haben die Geschichten, die sie gelesen hat, ihr klar gemacht, dass es tatsächlich viel mehr gibt, als sie bisher erlebt hat.
Sie hat sich vom Autor dieser Geschichten eine bestimmte Vorstellung gemacht – lebt mit ihm ihre Phantasien aus. Hat sich aber auch in die Idee verrannt ihn kennenzulernen – will wohl auch mit ihm einen Teil dessen erleben, was sie aus seinen Geschichten kennt.

Eines Tages erzählt sie uns, dass sie ganz in unserer Nähe einen geschäftlichen Termin hat. Wir nutzen die Gelegenheit und bieten ihr an, dass anschließende Wochenende bei uns zu verbringen.
Sie nimmt an.

Freitags am späten Nachmittag trifft Maria bei uns ein. Schon nach wenigen Minuten ist jedes Gefühl von Fremdheit verflogen – wir sitzen zusammen, unterhalten uns, lachen miteinander, als ob wir uns seit langem kennen.
Abends gehen wir in unser Lieblingslokal zum Essen – genießen die entspannte Stimmung, die zwischen uns herrscht.
Natürlich ist auch die etwas ungewöhnliche Art, auf die wir uns kennengelernt haben ein Gesprächsthema, aber vor allem schwärmt uns Maria vom Autor der erotischen Geschichten vor, und wie sie sich ein Treffen mit ihm vorstellt. Achim und ich lächeln und verstohlen und wissend an, als Maria uns ihre Lieblingsphantasie darüber erzählt.
Vieles von dem, was in den Geschichten beschrieben wird haben wir gemeinsam erlebt und genossen. Und ich gebe zu, in unserer Phantasie haben wir auch ab und zu Maria einbezogen – allerdings haben wir uns vorgenommen, sie zu nichts zu drängen.
Unser Gast weiß von unserer besonderen Beziehung, weiß aber auch, dass wir sie nicht eingeladen haben, nur um sie in unsere Spiele einzubeziehen, sondern weil wir sie mögen – sie fühlt sich wohl und geborgen in unserer Gesellschaft.
Wir beschließen, diesen ersten gemeinsamen Abend bei einem guten Wein zu Hause ausklingen zu lassen.
In unserer Wohnung angekommen öffnet Achim – ganz Gastgeber – den Wein, zündet Kerzen an und sorgt für gedämpfte Musik, während wir Frauen uns etwas frisch machen und etwas Bequemes anziehen.
Anschließend machen wir es uns ganz ungezwungen im Wohnzimmer gemütlich.
Nach dem zweiten – dritten Glas Wein beginnt Maria uns Fragen zu unserer Beziehung zu stellen. Sie möchte wissen, wie wir es schaffen, andere Männer und Frauen einzubeziehen, ohne eifersüchtig zu sein und unsere Beziehung zu gefährden. Wir versuchen es ihr ganz offen zu schildern, erklären ihr, dass dazu absolutes Vertrauen und Offenheit gehört. Sie hört fast andächtig zu, ist weder schockiert noch abgestoßen, sondern viel eher fasziniert.
Erst als die Kerzen anfangen flackernd zu verlöschen bemerken wir, wie spät es geworden ist …
Wir entschließen uns schlafen zu gehen.
An der Tür zum Gästezimmer, in dem Maria übernachten soll, wünschen wir uns eine gute Nacht – es war wirklich ein schöner Abend, und wir haben noch zwei volle Tage, um uns noch besser kennenzulernen.
Als ich Maria einen Gute Nacht Kuß auf die Wange geben will, dreht sie im letzten Augenblick den Kopf, so dass meine Lippen plötzlich auf ihrem schönen, weichen Mund liegen, den ich schon den ganzen Abend bewundert habe.
Ich bin überrascht – zögere ein wenig.
Maria zuckt nicht zurück – im Gegenteil, es kommt mir so vor, als ob sie sich enger an mich drängt. Über ihre Schulter hinweg werfe ich Achim, der hinter ihr steht, einen fragenden Blick zu. Er lächelt mir zu – zuckt unschlüssig mit den Schultern – kommt aber noch nicht näher. Er ist sich auch noch nicht sicher, was sich hier entwickelt – will nichts überstürzen.
Ganz vorsichtig ziehe ich Maria näher zu mir, lasse meine Zungenspitze über ihre noch geschlossenen Lippen gleiten – sie ist ganz weich und nachgiebig in meinen Armen – und mit einem wohligen Seufzer erwidert sie meinen Kuß.
Dieser Kuß wird immer intensiver – und nun kommt auch Achim näher, stellt sich ganz dicht hinter sie, drängt seinen Körper an ihren Rücken, umfängt uns beide mit seinen Armen und lässt seinen Mund liebkosend über ihren Hals wandern. Ich spüre, wie Maria jede unserer Berührungen genießt – immer erregter wird – mehr will.
Ohne uns von ihr zu lösen, führen wir sie langsam zu unserem Schlafzimmer – sie wird diese Nacht nicht wie vorgesehen im Gästezimmer schlafen – dass ist uns allen drei längst klar.
Gemeinsam, sehr langsam und zärtlich entkleiden wir unseren Gast. Sie bleibt ganz ruhig zwischen uns stehen, schaut nur immer wieder von Achim zu mir, beobachtet, was wir mit ihr tun im Ankleidespiegel, der ihr direkt gegenüber steht.
Hastig streifen wir uns selbst die Kleidung ab. Achim hebt sie hoch und legt sie vorsichtig mitten auf unser breites Bett – beide legen wir uns neben sie und lassen unsere Hände und Münder ihren Körper erkunden. Sie erwidert unsere Zärtlichkeiten – wir immer mutiger – lässt sich immer mehr fallen. Mein Mund gleitet immer tiefer ihren Bauch hinab, nähert sich langsam ihrer Möse, während Achim`s Kopf sich zwischen ihren vollen Brüsten vergräbt, er lässt seine Zunge mit ihren Brustspitzen spielen – beißt kurz zu und sie bäumt sich mit einem kleinen Schrei auf.
Sanft schiebe ich ihre Schenkel auseinander, tauche mit meiner Zunge zwischen ihre feuchten Schamlippen, schmecke ihre Erregung.
Sie stöhnt laut auf, als ich in sie eindringe – wölbt sich mir wollüstig entgegen – ihre Hand krallt sich in meine Haare und drückt meinen Kopf noch tiefer zwischen ihre weit gespreizten Beine.
Ich fühle, wie Achim sich hinter mich kniet, mich an den Hüften hochzieht, bis ich ebenfalls knie und so plötzlich und hart mit seinem Schwanz zustößt, dass ich den Kopf hebe um nach Luft zu schnappen. Maria hat sich halb aufgerichtet – stützt sich auf den Ellenbogen ab um besser sehen zu können – sie keucht vor Lust.
Ich beuge mich wieder über sie, sauge mich an ihrem Kitzler fest und dringe mit mehreren Fingern gleichzeitig in sie ein – stoße im gleichen Rhythmus zu, in dem Achim mich fickt.
Ihr ganzer Körper biegt sich durch als sie kommt, und ich muß sie loslassen.
Bevor sie wieder zu sich kommt, habe ich Achim meinen Platz zwischen ihren Schenkeln überlassen, er dringt mit einer einzigen Bewegung tief in sie ein – sie reißt überrascht die Augen weit auf, als sie seine ganze Länge in sich spürt. Er zieht sich langsam fast ganz aus ihr zurück, nur um wieder tief in sie hineinzustoßen. Ich sehe wie sein Schwanz immer wieder ihre nassglänzenden Schamlippen teilt und kann nicht anders, beuge mich tief über die beiden, lasse meine Zunge abwechselnd über seinen Schwanz und ihren Kitzler tanzen. Schmecke und fühle so beide.
Marias Finger sind auf mir, tasten ziellos über meinen Körper bis Achim ihre Hand einfängt und führt, sie dringen beide mit ihren Fingern in mich ein und diesmal weiß ich nicht, wer von uns als erster kommt … erst sehr viel später schlafen wir – Maria in unserer Mitte – erschöpft ein.
Ob sie in dieser Nacht von ihrem Autor geträumt hat, weiß ich nicht, sie hat ihn an diesem Wochenende jedenfalls nicht mehr erwähnt.