Die Kunst zu Flirten

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Da steht man an der Theke eines netten Lokals und plötzlich setzt sich eine attraktive Frau daneben. Sie sieht toll aus und stahlt etwas faszinierendes aus. Jetzt würde man gern das Objekt der Begierde ansprechen, wenn da nicht die Barriere wäre. Es fehlen einem einfach die richtigen Worte für ein gutes Gespräch.

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Man grübelt und überlegt, aber es fallen einem in diesem Moment, nur plumpe Dinge ein, die garantiert ein Flop werden könnten. Wenn man sich jetzt aber selbst zusammenreißt und sich von der Blockade „Was soll ich bloß sagen“ trennt und einfach die Situation aufgreift, könnte man Erfolg haben. Interessant wären z. B. in dieser Situation, über das Publikum in der Gaststätte zu reden, oder über das, was einem an dem anderen besonders auffällt. Der springende Punkt ist die Kreativität.

Brillante Sprachgewandtheit, mag vielleicht beeindruckend sein, aber viel wichtiger ist die Mimik und die Körpersprache. Unbewusst nehmen wir diese nämlich besonders war, und assoziieren damit Sympathie oder Abneigung, also ein wesentlicher Faktor für einen guten Start.

Nervosität zeigt nicht nur Unsicherheit, es könnte auch signalisieren das man wenig Zeit hat. Man sollte sich in dem Punkt besonders zusammenreißen, die Chancen für einen Korb sind 50 zu 50 und wenn es halt nicht geklappt, na und? Das obligatorische Mutansaufen, ist ebenfalls völlig daneben. Einen Gesprächspartner zu haben, der aus fünf Meter Entfernung wie eine Schnapsflasche riecht, ist nicht wirklich reizvoll. Genauso das wirre Gerede, wenn man zu viel Alkohol im Blut hat.

Psychologin Larissa Bleck (26) kennt die ganzen Problematiken, mit denen sich Singles herumplagen, wenn es um das Thema Flirten geht.

„In der heutigen Zeit, in der wir alle zum Medienkonsum erzogen werden, wird oft die Kommunikation vergessen weiterzugeben, dies fängt schon in der Kinderstube an. Verwöhnt von „Einzelaktivitäten“ wie Zocken, PC und Co. fehlt die Basis wie es damals gab, z. B. gemeinsame Brettspiele, oder die Gespräche. In diesen Lebensstationen lernen wir eigentlich, zu kommunizieren. Fehlen diese Erfahrungen, bewegen wir uns unsicher im Erwachsenenalter auf dem Parkett und haben Probleme die Signale der anderen richtig zu deuten. In Beratungsgesprächen, oder auch sog. Flirtschulen, werden diese fehlenden Dinge wieder erlernt.“

Markus (36) Single aus Dahn hat solch ein Training bei einer Flirtschule absolviert und fühlt sich jetzt viel sicherer auf dem Parkett der Suchenden.

„Vor einem Jahr hab ich mich überhaupt nicht getraut, jemanden anzusprechen. Meistens stand ich einfach nur da und hab partout nicht den Mund aufbekommen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich das überwunden habe. Mittlerweile hab ich auch keine Angst mehr, etwas Falsches zu sagen, wenn ich jemanden treffe mit dem Ich gern ein Gespräch führen würde.
Mein Selbstbewusstsein ist immens gestiegen.

Im Kurs hab ich nicht nur gelernt, wie ich mit Menschen umgehen muss, sondern auch wie ich mir selbst mehr Selbstbewusstsein beibringen kann. Z. B. durch meine Kleidung, das hat sich bei extrem verändert. Während ich früher nur zweckmäßige Kleidung gekauft habe, trage ich mittlerweile modische Sachen, die mir gefallen und wo ich weiß das Sie mir stehen. Das bringt mir mehr Selbstsicherheit. Auch hab ich mir es abgewöhnt, krampfhaft nach einer Partnerin zu suchen. Mittlerweile genieße ich das Single-Dasein und kann auch gut alleine sein. Ich musste erstmal lernen, alleine zu sein, und mich selbst beschäftigen. Jetzt kann ich alleine ins Kino gehen, oder einen drauf machen, wo ich allerdings immer die Augen aufhalte.

Im Kurs selbst, sind wie öfters gemeinsam weggegangen und haben unser Verhalten gegenseitig diagnostiziert und darüber gesprochen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit ein paar abarten von mir abzustellen. Die sich negativ ausgewirkt hätten.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich ohne Hilfe heute gar nicht da stehen würde, wo ich heute bin.“

Nicht immer muss man in eine Flirtschule um die wesentlichen Dinge zu lernen, oftmals hilft es auch kleinere Barrieren in der Selbsthilfe meistern.

Interessant ist z. B. das eigene Verhalten, wenn man mit Freunden essen geht, oder etwas anderes unternimmt und sich dabei selbst unter die Lupe nimmt. Meistens reicht dieses Bewusstsein schon aus, um diverse Fehlverhaltensmuster abzulegen. Attraktivität kann das Selbstbewusstsein unheimlich stärken. Eine neue Frisur oder tolle Kleidung bietet für unsichere eine gute Stütze.

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Noch ein paar Tipps am Rande:

• je kürzer die Pausen im Gespräch, desto interessanter ist es für beide.
• Lachen lockert das Gespräch auf, aber falscher Witz kann auch das Gespräch schnell beenden. Tasten sie sich vorsichtig an den Humor des anderen ran.
• Zeigen Sie Interesse in dem Sie die berüchtigten „W-Fragen“ (wer, wie, wo, was, warum) einsetzen und den Gesprächspartner zu Wort kommen lassen.
• Gemeinsamkeiten sind die besten Gesprächsstoffe, versuchen sie eine Basis im Gespräch herauszufinden. Und nutzen sie diese.
• Ein kleines Kompliment im richtigen Augenblick, bringt manchmal mehr als tausend Worte.
• Verhalte dich beim Flirt locker und nachgiebig. Versucht nicht verbissene Machtkämpfe auszutragen.
• Wenn du den anderen kennen lernen willst, übertreibt es nicht gleich, nicht gleich eine dicke Einladung aussprechen, sondern z. B. erst mal nur eine Cola.