Der Lauschgenuss

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Sonntag abend, kurz vor 21:00 Uhr:
Erwartungsvoll saß ich in meinem Wohnzimmer und wartete auf das, was mit Sicherheit gleich passieren würde. Pünktlich zur vollen Stunde hörte ich in der Nachbarwohnung eine Tür knarren – die Tür, welche, wie ich wußte, in ein kleines, ansonsten fest verschlossenes Nebenzimmer führte. Ich lauschte und vernahm leise Stimmen: Eine Männerstimme, die barsch und ziemlich dominant Anweisungen gab, und eine Frauenstimme, die nur gepreßt kurze Antworten ausstieß. Ich strengte meine Ohren an und erkannte das leise Geräusch von klirrendem Metall: Handschellen, Ketten…?
Meine Phantasie beflügelte sich. Ich konnte die Szene nebenan regelrecht vor mir sehen: Sie, nur in ein eng geschnürtes Lederkorsett und Spitzenstrümpfe gekleidet, hing nun ausgestreckt an zwei dünnen Ketten aufgehängt in der Mitte der Kammer, die Beine gespreizt.
Er stand vermutlich breitbeinig vor ihr und …! Meine Traumvorstellung wurde jäh von einem hellen Ausschrei unterbrochen. Er hatte ihr wohl die Neunschwänzige zu spüren gegeben. Der Schrei ging in ein anhaltendes gedämpftes Jammern über, als sie einen engen Knebel in den Mund erhielt. Ein leises regelmäßiges Pfeifen zeigte an, daß noch mehrere Hiebe folgten. Ihr Rücken mußte mittlerweile von roten Striemen überdeckt sein. Als ich mir dieses Bild genüßlich vorstellte, merkte ich, daß es in meinem Unterleib warm zu zucken anfing, die wollüstige Erregung sandte heiße Schauer durch meinen Körper. Ich lehnte mich zurück und begann ein wollüstiges Spiel mit meinem Kitzler, während die Geräusche in der benachbarten Wohnung meine Vorstellungskraft ins Unermeßliche beschleunigten.

Das Jammern nebenan veränderte sich zu einem Stöhnen, dazwischen ertönten schmerzerfüllte Quietschlaute. Ob er ihr jetzt die Klammern mit den Gewichten an die Schamlippen gehängt hatte oder heißes Wachs über ihre prall gespannten Brustwarzen fließen ließ? Vielleicht band er auch gerade ihre Brüste mit einer dünnen Schnur ab, bis sich die Tönung der kleinen runden, straff geschnürten Bälle ins Rotblaue verfärbte. Und wenn er dann noch mit seinen Lippen an den steinharten Nippeln saugte oder gierig von der Flüssigkeit zwischen ihren Beinen kostete, dann mußte sich in ihre Qual einfach auch genußvolle Erregtheit mischen. Zumindestens bei mir bei mir steigerte die Vorstellung seines Kopfes zwischen ihren zitternden Beinen die Lust! Ich begann im Chor mit ihren Schmerzenslauten rhythmisch zu stöhnen. Ich zog mir die Schamlippen ruckartig in die Länge, um wenigstens einen Teil ihres Leides nachempfinden zu können. Mit der anderen Hand zwirbelte ich meine harten Brustwarzen und stellte mir lüstern die Schmerzen vor, die Metallnadeln auf der straff gespannten Haut erzeugen würden.

Die unsichtbare Frau nebenan schien jetzt ziemliche Schmerzen zu erleiden, denn sie stöhnte wieder sehr laut. Oder handelte es sich etwa um orgastische Freudenschreie? Als der Mann kurz darauf dumpf zu stöhnen begann, konnte auch ich mich nicht mehr beherrschen: Das Blut pochte heiß durch meine Klitoris, mein Höhepunkt näherte sich mit einer solchen Intensität, daß ich mich zusammennehmen mußte, um nicht ohnmächtig zu werden. Ich warf mich auf meinem Sofa hin und her, meine Hand verkrampfte sich zwischen meinem Schenkel, die heftig zu zucken begannen. Der Saft der Freude schoß aus meiner Vagina und versickerte in dem Sofakissen, welches ich mir untergeschoben hatte. Mein Herz klopfte so laut, daß ich von den Orgasmen auf der anderen Seite der Wand kaum etwas hörte, aber es war mir auch irgendwie egal: Ich hatte meinen Spaß gehabt und ging zufrieden langsam ins Bad. Ich war mir sicher, daß ich dasselbe Programm in der nächsten Woche wieder genießen konnte. Diese Vorstellung eines im Namen der Liebe geschundenen Körpers erregte mich ungemein, aber es selber auszuprobieren traute – und traue – ich mich dann doch nicht!