Das Geburtstagsgeschenk – Teil 1

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„Du, Anja – wäre das hier nichts für uns…“ rief Thomas scherzend.
Anja, die gerade dabei war in der Küche das Essen zuzubereiten, steckte ihren Kopf in das Wohnzimmer. Dort saß Thomas und blätterte in der lokalen Tageszeitung.
„Was meinst Du, Schatz?“ fragte sie, weil sie nicht wußte was er meinte.
Thomas sah sie an, sein Mund verzog sich zu einem Grinsen. Er wedelte mit der Zeitung. Das Papier raschelte. Anja sah ihn an, doch er grinste nur weiter und hielt ihr statt dessen die Zeitung hin. Anja seufzte und trat zur Couch auf die er lag. Sie nahm die Zeitung und fand auch gleich, was er gesehen hatte. Eine der kleinen Anzeigen im Bekanntschaftsteil:
Junge Frau sucht interessantes Paar mit Niveau. Bitte nur fest liierte, keine finanz. Int. Alles kann, nichts muß. Vertrauen ist alles. Bitte nur ernst gemeinte Zuschriften.
Anja sah ihn an und in sein immer noch beständiges Grinsen. Sie knuffte ihn in die Seite. Er lachte.
„Ich dachte, du hättest es vergessen…“ sagte sie und zwinkerte.
Er schüttelte den Kopf. „Wie könnte ich die gestrige Nacht vergessen…?“.

Er legte die Hand um die Hüfte seiner Frau und zog sie zu sich. Anja setzte sich zu ihm auf die kleine Couch, sah ihn an:
„Ja, es war mal wieder toll, mein Tiger…“
Sie beugte sich vor und strich sich die sanften Locken des braunen Haares zur Seite. Ihr Mund leuchtete verführerisch in dem sanften Rot, das sie immer zur Arbeit auflegte. Thomas konnte einfach nicht widerstehen, zog sie noch näher an sich, bis er in ihre braunen Augen sehen konnte.
„Meine kleine Raubkatze…“ , biß er ihr zärtlich ins Ohr.
Anja gab nach und er fand ihre weichen Lippen. Der Kuß war liebevoll und heiß zugleich. Er spürte ihre Hand an der Wange. Bis sie sich aufrichtete:
„Es ist schon fast acht. Ich muß noch in die Küche…“
Er ließ ihre Hände nicht los.
„Na komm schon!“, lächelte sie ihn an und er ließ sie gehen.
Wieder griff er zur Zeitung und las weiter. Im Türrahmen zum Flur blieb Anja stehen und drehte sich um. Erstaunt sah er sie an.
„Du weißt, ich habe gestern Nacht nur Spaß gemacht, als ich sagte, es auch einmal mit einer Frau zu versuchen…?“.
Er nickte:
„Klar, ich habe ja auch nur gescherzt…“.
„Ich weiß…“ war ihre Antwort.
Ihr rechtes Auge zwinkerte. Lächelnd sah er ihr nach, als sie die Tür hinter sich zu zog. Die Jeans spannte sich über ihr bezauberndes Hinterteil. Wie er sie liebte. Immer noch, auch nach fast zehn Jahren Ehe. Und wie er sie in der letzten Nacht geliebt hatte.
Tief und fest hatte er geschlafen, als eine sanfte Berührung ihn weckte. Verschlafen öffnete er die Augen, doch da war nur die Dunkelheit des Schlafzimmers. Die Dunkelheit und irgend etwas, das vorging, an ihm vorging. Sanfte Küsse bedeckten seinen entblößten Oberkörper. Undeutlich erkannte er den Schatten seiner Frau, spürte die gewohnte Wärme ihres Körpers. Ihn verwöhnend strichen ihre Brüste über seinen Bauch, berührten die Schenkel und wie zufällig sein Glied, das sich jetzt mehr und mehr versteifte.
Anja bemerkte, daß er aufgewacht war. Sie war nackt. Ein wenig überrascht bemerkte er, wie sie sich langsam zu ihm herauf schob . Dabei achtete das kleine Luder darauf möglichst viel ihrer weichen Haut über sein größer werdendes Glied zu schieben und brachte es zwischen ihren Körpern zum Erblühen. Ihr Atem wehte warm und erregend in sein Gesicht.
Thomas spürte ihren Körper auf sich, spürte das sanfte Reiben, die Haut, die Wärme. Ein Kuß berührte seine Wange. Heiß und feucht wanderte die Zunge zu seinem Mund, leckte fordernd an den Lippen, preßte sich dazwischen und suchte seine liebkosende Zunge. Er umarmte sie, drückte ihren Körper noch fester und enger an sich und beide gingen in dem gemeinsamen Kuß voller Leidenschaft und Hingabe auf. Bis sie von ihm abließ. Dicht vor seinem Gesicht konnte er ihre Augen leuchten sehen. Das einzige Licht, kam aus den breiten Fenstern, daß der blaß scheinenden Mond diffus spendete. Er tauchte alles und vor allem sie in ein silbernes Licht. Alles wirkte unwirklich und war doch so erregend echt. Noch ein kurzer Kuß.
„Alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz…“ flüsterte sie leise und küßte ihn erneut, ehe er etwas sagen konnte.
Und wie sie ihn küßte: Heiß, innig und verlangend. Dabei bewegte sie sich deutlich auf seinem Körper. Haut rieb an Haut und er konnte ihre feuchte Scham an seinem rechten Schenkel spüren, die sie ihn bewußt und aufreizend fühlen ließ. Atemlos hatten sie sich angesehen. Und immer noch das sanfte Reiben ihres Körpers. Er griff nach ihr.
„Und, hast Du schon ein Geschenk für mich?“ fragte er leise.
Sie lachte nur und biß sanft in seinen Hals.

„Au, du kleine Raubkatze…“.
Leise lachend ließ sie es zu, daß er sie herumdrehte. Er glitt auf sie und nun war er es, der auf sie nieder sah. Anja lag nur da, still unbeweglich und erbebte doch.
„Komm schon…“ flüsterte sie.
Ihre Stimme bebte ebenso wie ihr heißer Körper. Und wie er sie wollte. Es knisterte zwischen ihnen, die Luft stand unter Spannung. Sein Glied lag auf ihrem Unterkörper. Es war erregend, sie so zu spüren, einfach so und noch nicht mehr. Und er wußte, es würde noch mehr kommen – und das machte alles noch viel intensiver. In diesen Augenblicken liebte er Anja mehr, als er ausdrücken konnte und sie schien es zu spüren. Er begehrte sie so stark, daß sein ganzer Körper schmerzte.
„Ich liebe Dich…“ flüsterte er sanft in ihr Ohr.
„Ich liebe dich… antwortete sie und führte sein Glied an ihre heiße Öffnung.
„Happy Birthday…“ flüsterte sie eben so sanft zurück.
Er küßte sie, als er sanft vorstieß und die Spitze seines Gliedes in sie eindrang. Er spürte ihren heißen Atem, das Erbeben ihres Körpers als er sich tiefer bewegte. Sie umschlang ihn, zog ihn an sich und drängte sich ihm entgegen. Langsam drang er ganz in sie. Sie umschlang ihn mit einem ihrer schlanken Beine und er verlor sich in der Leidenschaft…
Dann hatten sie nebeneinander gelegen, außer Atem und die Körper von dem Liebesspiel noch immer erhitzt. Sie hatte sich an ihn geschmiegt, seine Brust gestreichelt und ihn noch einmal geküßt.
„Bist Du glücklich, Tiger…?“ hatte sie gefragt und er hatte sie fest an sich gedrückt. Dann hatten sie zusammen geflüstert, sich gespürt und beide waren glücklich. Anja hatte ihm noch einmal zum 35ten Geburtstag gratuliert und wieder ihre Brüste an ihm gerieben. Und dann, irgendwann, hatten sie über Wünsche und Vorstellungen gesprochen. Er hatte seine Geburtstagswünsche geäußert:
Sie, ihre Liebe und irgendwann Kinder. Sie hatte nur gelächelt und an seiner Brust genickt.
„Wenn Du es wirklich willst?“.
Er hatte sie noch einmal gestreichelt. „Nein, wenn wir es wollen…“.
Irgendwie hatte sie ihm dann ihre Wünsche offenbart. Irgendwann, als seine Hände über ihren Körper glitten und ihre Brustwarzen sensibel reagierten und sich aufstellten. Als seine Zunge darüber schnellte, hatte sie ihm stöhnend gestanden, wie heiß sie das machte. Und er hatte seine Hände auf ihre Brüste gelegt, sie umfaßt, massiert und immer wieder mit der Zunge geliebt. Zuerst mit der Spitze die Warzen umspielt, dann mit der rauhen Stelle darüber gerieben. Und immer mehr war sie unter seinen Liebkosungen dahin geschmolzen. Sie hatte ihn geküßt und gesagt, er sei so zärtlich wie eine Frau.
Daraus hatte es sich irgendwie ergeben. Thomas konnte jetzt im Moment nicht einmal mehr sagen wie. Aber irgendwann hatte er sie immer wieder mit seiner Zungenspitze liebkost und gefragt, ob eine andere Frau das eben so könnte. Anja hatte ihren Kopf von einer zur anderen Seite geworfen und leise Laute der Lust von sich gegeben. Als sie wieder nebeneinander lagen, hatte sie geflüstert, daß sie es gerne einmal versuchen wollte. Oder zumindest davon träumte, denn so mußte es sein. Er lachte und sie war in sein Lachen eingefallen. Eng umschlungen waren sie eingeschlafen.
Er legte gerade die Zeitung zurück auf den Tisch, als sie wieder in das Wohnzimmer kam. Sie hatte die Hände in die Jeans gesteckt und sah ihn mit einem seltsamen Ausdruck an. Erstaunt bemerkte er ihren Blick, sagte aber nichts. Anja kam mit langen Schritten zu ihm, blieb dicht vor ihm stehen.
„Gib mir noch einmal die Zeitung…“ sagte sie und Thomas gab ihr das Blatt.
Sie setzte sich ihm gegenüber, sah ihn an und lächelte.
„Du wünscht es dir wirklich, oder?“.
Verdutzt sah er sie an:
„Was?“
Anja lächelte und schlug die Zeitung auf. Ihr Finger blieb an der kleinen Anzeige liegen. „Das…“ sagte sie nur.
Er schluckte.
„Du scherzt…“ sagte er nur.
Seine Anja musterte ihn jetzt genauer, geradezu abschätzend.
„Fasziniert der Gedanke dich denn nicht…?“
Er sah in ihre braunen Augen.
„Der GEDANKE schon…“ antwortete er.
Seine Frau schmunzelte:
„Na siehst Du…“.
Sie griff zum Telefon hinter ihm.
„Was hast Du vor…?“ fragte er.
Sie legte ihren Finger auf ihre Lippen:
„Pssst“.
Dann wählte sie die Nummer der Anzeige. Thomas sah seine Frau mit großen Augen an: „Das meinst Du nicht wirklich, oder…?“.
Sie hielt den Hörer an die Ohren und legte den Zeigefinger auf ihren Mund. Thomas lächelte schwach und wollte nach dem Hörer greifen. Sie entwand ihn ihm und drohte mit dem Finger:
„Wenn Du mir den Hörer wegnimmst, dann traue ich mich kein zweites Mal…“.
Thomas schwieg und schüttelte immer noch verwundert den Kopf.
Ein paar Mal hatten sie sinniert, wie schön es sein könnte, jemand anderen beim Liebesspiel dabei zu haben. Aber es waren nur spontane Ideen gewesen. Wenn auch äußerst reizvolle. Irgendwann hatte er einmal gefragt, ob Anja sich so ein Spiel vorstellen könnte: Eines mit einer weiblichen Partnerin. Und er mußte gestehen, seit dem geisterte die Idee durch seinen Kopf. Aber so etwas wie jetzt…
Anja versteifte sich, sah ihn an.
„Ja, Hallo…?“ fragte sie.
Dann lauschte sie wieder und hielt ihm den Hörer hin. Er sah Anja überrascht an. „Nimm schon…“ sagte sie und lächelte ihn warm an.
Thomas zögerte noch immer.
„Nimm schon, es ist in Ordnung…“ flüsterte sie und hielt den Hörer ein Stück höher. Seine zitternde Hand umfaßte das Plastik:
„Hallo… Ist da wer…?“ hörte Thomas eine weibliche Stimme mit angenehmen Klang. Noch ein weiteres Hallo. Anja stupste ihn an, drängte sich zu ihm auf die Couch.
„Komm schon… Fragen kostet nichts…“ drängte sie.
„Ja, Brauer hier. Thomas Brauer…“.
Sekundenlang war Schweigen und er nahm schon an, sein weibliches Gegenüber hatte aufgehängt. Dann kam ein angenehmes Lachen und ein freundliches „Hallo, was kann ich für dich tun…?“
Thomas schluckte, erkannte daß seine Frau zustimmend lächelte.
Also antwortete er.
„Ich habe Deine Anzeige in der Zeitung gelesen und…“.
Er wußte nicht weiter. Dann wieder ein angenehmes Lachen.
„Alles Klar. War das Deine Frau vorhin?“ wurde er gefragt und Thomas nickte. Ärgerlich, denn seine Partnerin konnte das natürlich nicht sehen und antwortete mit einem zögernden „Ja…“.
„Das ist gut. Sie weiß Bescheid?“ , kam auch schon die nächste Frage.
Er bejahte.
„Es war eher ihre Idee…“.
Er erntete dafür einen Knuff in die Seite. Anja blitzte ihn gespielt zornig an. Und wieder das angenehme Lachen am Telefon. Thomas tauschte mit der Unbekannten ein paar Höflichkeiten aus und wurde dann nach einem Treffpunkt gefragt. Er entschuldigte sich für ein paar Sekunden und hielt den Hörer dann mit der Hand zu.
„Sie will sich mit uns treffen…?“ sagte er zu Anja.
Die biß sich auf die Unterlippe. Diesmal war sie es, die zögerte.
„Ich weiß nicht…?“ antwortete sie leise. „Auf ein Inserat es so weit kommen lassen…“. Er nickte.
„ich wollte Dich nur ein bißchen ärgern, aber nicht mehr…“.
Ihr Lächeln wirkte unsicher.
„Also soll ich absagen?“.
Sie nickte. Thomas nahm die Hand von der Muschel und wollte gerade anfangen zu sprechen, als Anjas Hand warm auf seinen Arm landete. Sie schüttelte den Kopf und er sah seine Frau überrascht an.
„Warum eigentlich nicht?“ fragte sie.
Er nickte…

Am Freitagabend saßen sie beide in dem kleinen Café, das sie so gut kannten. Denn hier hin kamen sie ab und an um Kaffee zu trinken, kleine Feste mit Freunden zu feiern oder einfach um an einen Sonntagnachmittag auszuspannen. Doch nun saßen sie beide wohl etwas zu nervös an dem kleinen Ecktisch in der Ecke und warteten auf Sabine. Keiner von beiden wußte mehr als den Namen über die Frau aus der Annonce. Es war überhaupt ein kleines Wunder, daß sie gekommen waren.
Noch lange nach dem Telefonat und Tage später hatten sie sich über ihre hoffentlich nicht allzu spontane Entscheidung gewundert. Es hatte sich einfach so entwickelt und beide spielten mit. Lange hatten sie einfach von so etwas gesprochen, aber bisher nie daran gedacht.
Und nun saßen sie hier und sahen sich an. Aber die erste Nacht nach dem Telefonat war so intensiv gewesen wie schon lange nicht mehr. Der Gedanke faszinierte beide und das hatten sie sich auch gestanden. Und ansehen, wer da gleich kommen würde, wäre ja immer noch nichts Verbindliches. Genau so gut wie später „Nein“ zu sagen; denn unsicher waren sie beide.
Es war kurz nach halb neun Uhr und das Café fast voll. Doch der kleine Tisch von Anja und Thomas war immer noch leer. Thomas trug eine elegante dunkle Hose und weißes Hemd, Anja eine weiße Jeans und helle Bluse. Rings um sie herum füllten sich die Tische und zahlreiche Leute allen Alters kamen um zu essen, zu trinken oder Freunde zu treffen. Und gegen Acht Uhr hätte die unbekannte „Sabine“ erscheinen sollen.
Anja stieß Thomas an. Der nickte und hob den Finger. Es wurde Zeit zu zahlen und zu gehen. Er nahm die Lokalzeitung des Tages mit der Anzeige vom Tisch und rollte sie zusammen.
Sie war das Erkennungszeichen gewesen. Um Acht Uhr und nicht zwanzig vor Neun. Die Bedienung kam und brachte den Beleg. Thomas gab gerade großzügiges Trinkgeld als Anja ihn anstieß. Er sah ihr Nicken, folgte der Bewegung, lächelte der Bedienung noch einmal zu und sah, was seine Frau meinte:
Inmitten des kleinen Cafés stand eine junge Frau in Jeans, einem weißen Pullover und sah sich um. Sie sah auch in ihre Richtung, stutzte kurz und ging dann zur Bar. Ihr hüftlanges Haar glänzte im dämmrigen Licht . Er grinste Anja an und hob die Schulter. Anja knuffte ihn.
„Das hätte Dir so gefallen, was…?“ meinte sie und grinste spitzbübisch.
„Vielleicht ist diese Sabine ja klein, dick und häßlich und traut sich nicht, dies zu zeigen…?“.
Er nickte und stimmte zu.
„Vielleicht ist es ja wirklich so…“.
Also standen beide auf und drängten sich aus der kleinen Ecke. Sie gingen zur Bar und grüßten die Bedienung, die sie gut kannten. Thomas ließ Anja vorgehen und zusammen kamen sie an der blonden Frau vorbei. Die saß an der Bar, die Beine übereinandergeschlagen und das Haar auf einer Seite über den weißen Pullover geworfen. Thomas ging an ihr vorbei und sie sah ihn kurz interessiert an, blickte dann aber wieder zur Seite. Neben der Bar nahm er die zusammengerollte Zeitung und warf sie in den Papierkorb. Dann half er Anja in den Mantel und griff nach seinem Jackett. Irgend jemand tippte ihm von hinten an die Schulter. Überrascht sah er sich um und in das Lächeln der blonden Frau von der Bar. Anja drängte sich gegen Thomas, zeigte, daß sie dazugehörte.
Doch das Lächeln der Frau blieb. Es war angenehm und wirkte echt.
„Entschuldigung…“ sagte sie und strich sich das lange Haar zurück. „Thomas und Anja…?“
Beide waren wie vom Donner gerührt. Zögerlich nickte Thomas. Die Blonde lachte.
„Sabine…“ sagte sie nur und streckte ihnen freundlich die Hand entgegen.
Sie war schmal und hatte pink gefärbte, lange Fingernägel. Beide ergriffen sie.
„Ich hatte ein paar Probleme. Ehrlich gesagt habe ich verschlafen…“.
Ihr Lachen war angenehm und das gleiche wie am Telefon.
„Ich hatte Angst, euch verpaßt zu haben…“
Thomas stand unschlüssig herum, Anja ebenso. Sabine betrachtete ihr unsicheres Verhalten und wollte den Bann brechen:
„Wollen wir uns irgendwo setzen, oder bin ich zu spät?“.
Augenblicke später saßen sie dieses Mal zu dritt am Tisch. Sie sahen sich an, keiner der beiden wußte, wie er beginnen sollte. Thomas stellte nur fest, daß ihr Gegenüber äußerst attraktiv war. Die Bedienung kam und sie bestellten. Anja und Thomas ein Bier, Sabine ein Gin-Tonic. Und wieder Schweigen. Bis Sabine die Hände zusammenschlug:
„Es ist für Euch das erste Mal, oder…?“
Beide stimmten zögerlich zu. Sabine lächelte. Ihr Mund war rot geschminkt. Er war breit und wirkte sinnlich. Und irgendwie kamen sie dann doch ins Gespräch. Zuerst verhalten, dann immer offener, bis zu dem Punkt, wo das Thema auf die aufgegebene Anzeige und Sabines Angebot kam. Thomas und Anja erfuhren, daß Sabine nur eine feste Beziehung suchte. Aber auch Spaß und mehr, jedoch nur mit einem Paar, dem sie vertrauen konnte. Sie war jetzt ein Jahr mit einem Ehepaar aus einer Nachbarstadt zusammen. Doch die wären ihr zu extrem geworden, wenn auch nach einer langen Zeit des Verstehens. Und nun suchte sie eine neue Beziehung. Anja war es, die zögernd nach einem „Warum“ fragte.
Sabine lächelte nur. „Ich steh auf Frauen. Das ist alles…“.
Anja wurde rot. Sabine ließ wieder ihr angenehmes Lachen hören:
„Und Du?“
Anja zeigte auf sich. Sabine nickte. Anja sah zu ihrem Mann.
„Nein. Es war nur so eine Idee von uns. Ich meine, ich habe noch nie…, ich meine es probiert oder so…“.
Sie wurde noch roter. Sabine nickte und stütze ihren Kopf auf.
„Und willst Du es mal? Probieren, meine ich…“.
Anja sah zu Boden, dann wieder ihren Mann an. „Ich weiß nicht…“.
Sabine lachte leise:
„Ist dir der Gedanke unangenehm…?“.
Thomas sah interessiert zu seiner Frau. Die wand sich und schaute ihn hilflos an.
„Oh, keine Angst. Er wird natürlich auch dabeisein…“ sagte Sabine und zeigte auf
Thomas.
Anja lachte. Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile. Dabei stellte sich heraus, daß Anja 21 war, studierte und eine Vorliebe für beiderlei Geschlechter hatte. Sehr zur Freude von Thomas, der sich bei dem Gedanken ertappte, wie sie sich anfühlen würde. Sie lachten viel und ehe sich Thomas und Anja versahen, sprachen sie über das eine oder andere im Bereich Sexualität. Die Spannung zwischen ihnen stieg, wurde mehr und mehr von prickelnder Erotik durchzogen. Erleichtert nahmen beide auf, daß Sabine so etwas auch noch nicht lange tat und daß das andere Paar ihr erstes gewesen war. Und es hatte ihr gefallen. Deswegen suchte sie diese Möglichkeit erneut. Auch waren sie von den Grenzen angetan, die Sabine aufzeigte: Sie wollte zu keiner Konkurrenz werden, nur ergänzen.
„Auf beiden Seiten…“ , betonte sie ausdrücklich.

Dabei strich sie über die Hände des Paares. Thomas schluckte. Sabine war nicht nur attraktiv, sie war regelrecht hübsch und hatte eine enorme Ausstrahlung. Sogar Anja schien sie zu mögen. Immer öfter lachten die beiden zusammen über kleine Scherze und Kommentare. Dabei warf Sabine immer wieder ihr herrliches Haar zurück. Immer dann straffte sich der dünne Rollkragenpullover und zeigte zwei ansehnliche Rundungen.
Thomas schluckte, konzentrierte sich auf seine Frau. Er fragte sich, wie weit sie noch gehen würden…
Irgendwann spät in der Nacht standen sie vor dem kleinen Café und verabschiedeten sich. Inzwischen verstanden sie sich sehr gut, doch der Stein des Anstoßes war noch nicht gefallen. Die Situation war gespannt und erotisch geladen. Aber weder Anja noch Thomas wußten, wie es jetzt weitergehen sollte, und ob sie es überhaupt wollten. Also ergriff wieder Sabine die Initiative. Sie verabschiedete sich von Thomas mit einem Kuß auf die Wange.
Kurz spürte er dabei das Kitzeln ihrer Haare und ihren weichen Körper. Sabine lächelte ihm so zu, daß ihm die Beine schwach wurden. Dann wandte sie sich zu Anja und gab ihr die Hand. Anja schlug ein und war überrascht, als Sabine sie an sich zog. Sekundenlang sahen sich die beiden Frauen an. Die Luft zwischen ihnen schien zu brennen, bis, ja, bis Sabine sich vorbeugte und Anja auf den Mund küßte. Die war viel zu überrascht, um zu reagieren. Und Thomas stand nur daneben und staunte. Es war faszinierend und seltsam erregend zugleich, Anja mit einer andere Frau zu sehen. Anja, deren Lippen nur er bisher gekannt und erlebt hatte, küßte eine Frau, die sie gerade ein paar Stunden zuvor kennengelernt hatten.
Er schluckte, als er sah, wie Anja sich versteifte und sperrte. Doch Sabine ließ nicht locker, legte ihre Hände auf Anjas Wangen und hielt sie fest, während sie ununterbrochen mit ihrer Zunge versuchte Anjas Lippen zu öffnen und, und ja tatsächlich. Sie gab nach, erwiderte in plötzlich aufflackernder Leidenschaft diesen ungewöhnlichen Kuß.
Erst jetzt gab Sabine sie frei, ihre Augen glühten. Anja schwankte, sah auf die andere Frau und hatte Mühe auf den Beinen zu bleiben. Ungläubig sah sie auf das Lächeln der anderen und erinnerte sich an das seltsame Gefühl. Es war anders gewesen, als mit ihrem Mann. Weicher, wärmer, prickelnder. Vor allem, als sie nach Sekunden realisierte, was tatsächlich passiert war – sie hatte eine andere Frau geküßt, unglaublich.
Doch jetzt geschah etwas Außergewöhnliches. Für einen kurzen Augenblick sah es so aus, als wenn Anja sich wieder dieser schönen Fremden zuwenden wollte, mehr verlangte.
Thomas starrte ungläubig auf beide Frauen. Die schwiegen. Seine Frau war ein bißchen blaß um die Nase, Sabine lächelte.
Gäste kamen aus dem Café. Es würde gleich schließen und die beiden jungen Männer waren schon sehr angetrunken. Entsprechend unsicher setzten sie ihren Weg fort. Anja und Thomas sahen ihnen nach, bis Sabine zu ihnen kam, DICHT zu ihnen kam. „Und…?“ fragte sie, Anja dabei ansehend.
Die wurde rot und senkte den Kopf.
Sabine lachte. „War es so schlimm?“.
Erstaunlich schnell sah Anja wieder in die Höhe und schüttelte den Kopf.
Sabine’s Blick wanderte zu Thomas:
„Und du..?“
Mit einem schnellen Schritt war sie schnell bei ihm, zog ihn an sich, verharrte kurz vor seinem Gesicht und öffnete ihre roten Lippen. Ihre ebenmäßigen Zähne wurden sichtbar. Thomas zitterte. Hier war eine andere Frau, dicht vor ihm. Verlangend und verzehrend. Sekundenlang starrten sie sich an .
Sein Blick huschte zu seiner Frau, er suchte eine Antwort, die diese ihm dann auch nickend erteilte. Zaghaft und immer noch unsicher beugte er sich noch etwas vor, berührt die samtigen Lippen der Blonden, doch die war nicht so schüchtern, stemmte mit ihrer kleinen Zungen seine Lippen auf und ließ sie gierig in seinem Mund tanzen. Ihre Lippen waren weich und sinnlich. Sie wußte, was sie wollte und zeigte es ihm deutlich, während Thomas stark mit sich zu kämpfen hatte, diesen Kuß nicht in wilde Ekstase ausarten zu lassen.
Er dachte an seine Frau, sah sie neben sich und kam sich seltsam vor. Sabine ließ von ihm ab.
„Was bist du steif…“ sagte sie und leckte sich über die roten Lippen.
Dabei durchfuhr es Thomas heiß. Es war eine Geste, die irgendwie paßte und die ihn anheizte.
„Da küßt deine Frau ja besser…“.
Mit diesen Worten ging sie erneut auf ihn zu, umarmte ihn, fesselte seinen Körper eng an sich und wartete, wartete mit geöffneten Lippen:
„Komm, zeig mir, dass du es viel besser kannst…“ , hauchte sie und drückte ihren Körper fordernder an ihn.
Thomas zögerte einen letzten Moment und gab sich dann ihrem Kuß hin. Dieser war heiß und voller Leidenschaft. Er spürte ihre Zunge zwischen seinen Lippen und gab nach. Wild fochten ihre Zungen eine heiße Schlacht voller Lust und Leidenschaft. Sabine löste sich von ihm, wobei sein Atem sehr schnell ging.
Verunsichert sah er zu seiner Frau, sah erleichtert ihr Lächeln. Es war alles in Ordnung.
„Na also…“ meinte Sabine und strahlte beide an. „Das war schon besser…“.
Thomas räusperte sich, als Sabine ihn anschaute, meinte ihren Blick auf seinem Körper zu spüren, in dem schon längst das Feuer der Begierde erwacht war.
„Und, habt ihr noch etwas Aufregendes vor heute?“.
Sie sprach das so natürlich aus, daß Anja tatsächlich wieder rot wurde. Etwas, daß Thomas bei seiner Frau sonst so gut wie gar nicht sah.
„Ich meine, wollen wir uns den Spaß teilen oder wollt ihr alleine sein…?“.
Bei diesen Worten drängte sie sich gegen Thomas und zwinkerte gleichzeitig Anja zu. Thomas schluckte und suchte seine Frau:
Die tastete mit einem zitternden Zeigefinger über ihre Lippen, als könnte sie gar nicht glauben, was wirklich passiert war. Anja bemerkte den Blick der beiden und hob die Schultern.
„Ich weiß nicht genau…?“ sagte sie leise und senkte den Kopf.
Sabine trat zu ihr:
„Du findest mich also nicht nett…?“.
„Nein, das ist es nicht…“.
Sabine trat ganz vor sie.
„Unsicherheit?“ fragte sie sanft und Anja nickte.

Langsam ergriff sie Anjas Hand und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Thomas verstand nicht, was es war, sah nur, wie seine Frau mit Sabine zu ihm kam. Vielleicht mit unsicheren Schritten, aber sie kam. Ein schüchternes Lächeln stahl sich auf ihr hübsches Gesicht. Seltsam, aber genau in diesen Moment spürte Thomas, wie sehr er seine Frau liebte. Vielleicht war das auch der Grund, daß er nach den Wagenschlüsseln griff…
Ein paar Minuten später stiegen alle drei aus dem Wagen wieder aus und fanden sich vor einem kleinen Reihenhaus wieder. Sabine und Anja kicherten. Während der Fahrt hatten sie beide gescherzt. Thomas kam es so vor, als kenne er Sabine schon eine ganze Weile und nicht nur erst ein paar Stunden. Er schloß die gläserne Haustür auf und wollte das Licht im Hausflur einschalten, als sich eine warme Hand auf die seine legte. Sabine war dicht vor ihm und schüttelte den Kopf. Im Schein der nahen Laternen konnte er ihre Augen nur dunkel leuchten sehen. Er zögerte.
„Ich liebe die Dunkelheit in fremden Hausfluren…:“ flüsterte sie und eine Gänsehaut lief Thomas über den Rücken.
„Bitte laß es aus…“.
Er nickte und schob sich hinein. Die beiden Frauen folgten. Aufreizend spürte er einen warmen Körper an sich drängen und sah sich um. Anja, seine Frau. Es war dunkel, so dunkel, daß er Mühe hatte, die Stufen zu erkennen, geschweige denn etwas Anderes. Wieder ein Kichern der beiden. Thomas flüsterte, sie sollen ruhig sein. Er verstand Anja nicht. Was war so komisch. Er verfluchte die Dunkelheit und daß er nicht mehr erkannte.
Irgend etwas ging da direkt hinter ihm vor sich, aber er konnte nicht sehen, was es war. Nur ein leises Flüstern, das Rascheln der Kleidung. Und so stiegen sie vorsichtig mit den Füßen tastend die Stufen hoch. Bis in die zweite Etage, in der die kleine Wohnung lag, die Thomas mit seiner Frau bewohnte. Nur mit Mühe fand er das Schlüsselloch, als er wieder Sabines leise Stimme hörte:
„Wenn Du willst, kannst Du das Licht jetzt einschalten…“.
Es wurde hell und er mußte schlucken…
Sabine trug eine Jeansjacke. Und nichts weiter. Auf ihren Armen lag der weiße Pullover. Seine Frau trug die Jeanshose. Beide Frauen grinsten ihn an.
„Überraschung…“, flüsterte Anja, drückte sich gegen ihn und die Tür, die sanft nachgab. Im Hereingehen küßte sie ihren Mann, während Sabine die Tür hinter sich zuzog.
„Kann ich ablegen?“ fragte sie, als Anja von ihrem Gatten abließ.
Dieser nickte nur stumm. Als wäre es eine ganz natürliche Sache, nichts weiter darunter zu tragen, als weiße, anziehende Haut und zwei große, feste Brüste mit braunen, herrlichen Warzen, zog sie sie aus. Thomas schluckte. Sabine mußte es im Hausflur geschafft haben sich aus ihren Sachen zu winden. Lediglich ein kleiner, schwarzer Stringtanga verhüllte oder auch nicht, ihren makellosen Körper. Thomas sah zu Anja und sah das Glitzern in ihren Augen.
„Ist sie nicht schön…?“ fragte sie leise und betrachtete seltsam andächtig den so schlanken Körper der jungen Frau.
Ihr Mann nickte wie in Trance, während Sabine ihre Arme hob, das lange Haar aus schüttelte und sich mit ihren Händen dadurch fuhr. Dabei spannten sich ihre großen Brüste, hoben sich ihm entgegen. Eine wahrhaft erotische Bewegung von ihr, die ein sanftes Kribbeln in Thomas auslöste. Ein seltsam verwirrendes Kribbeln, so direkt neben seiner Frau, die keinen Ton sagte sondern nur lächelte.
„Und, bekomme ich etwas zu trinken…?“, fragte die junge Sabine.
Thomas führte sie in das kleine Wohnzimmer. Sie sah sich um, musterte den roten Teppich, die Holzmöbel und die schwarze Sitzgarnitur aus Leder. Mit verführerischem Hüftschwung ging sie zu der breiten Couch und strich mit einem Finger über die schwarze, glänzende Oberfläche.
Reglos stand er da, bewunderte die schöne Frau, die sich so geschmeidig wie eine Raubkatze bewegte. Anja hatte das Licht des Wohnzimmers etwas gedämpft und doch konnte er jede der Linien des jungen Körpers erkennen. Eine schmale Hüfte, große Brüste, ein erst recht entzückender Rücken, ein runder Po und endlos lange Beine. Endlos schlanke, lange Beine. Besonders ihre schmale Hüfte und der flache Bauch hatten es ihm angetan. Und dieser wunderbare Leib war nur bekleidet mit einem knappen Tangahöschen, dessen Träger hoch am Bein angesetzt waren. Diese Venus zog ihn in ihren Bann .
Als er eine Berührung am Arm spürte, zuckte er zusammen. Anja kam zu ihm. Beide sahen zu, wie Sabine sich langsam in das Leder setzte.
„Sie ist schön, nicht…?“ flüsterte sie ihm kaum hörbar zu.
Thomas nickte nur, sah zu fasziniert zu, wie die junge Frau ihre langen Beine übereinanderschlug. Langsam und sinnlich betont.
„Jetzt weißt Du, was wir vorhin auf der Treppe getrieben haben…“ meinte Anja und drückte sich an ihn.
Thomas legte seinen Arm um sie. Und Sabine saß da, lächelte die beiden an, breitete die Arme aus und lehnte sich gegen das Leder.
„Hmmmm…“ räkelte sie sich.
Dabei bewegten sich ihre Brüste und Thomas konnte seinen Blick einfach nicht von dem jungen Körper lassen. Wilde Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Wilde und zügellose Gedanken, die sich nur um eine einzige Sache drehten.
„Das Leder fühlt sich einfach großartig auf der Haut an…“ sagte sie und ihre Hände glitten über das Schwarz.
„Warum setzt ihr euch nicht zu mir…?“ fragte sie und winkte sie einladend heran.