Das erste Mal.. Teil 1
Januar 1st, 2009 von
Schon von klein auf war ich der Schwarm meiner Umgebung. Meine Eltern putzten mich heraus wie eine Prinzessin, meine langen, blonden Haare taten ihr Übriges, ich stand immer im Mittelpunkt des Geschehens. Ich war es gewohnt, daß man mir “nachstieg”, und ich genoß es – bis zu jenem Tag, als ich Renate traf – die damals noch Johannes hieß. Es war in einer jener Aufriß Discos, in die ich immer ging, wenn mir nach einem Mann zumute war. Das alte Spiel wiederholte sich mit schöner Regelmäßigkeit, wenn mir ein Typ gefiel, reichte ein Blick Kontakt und ich hatte ihn “in der Tasche”. Mein Busen ist ziemlich ausgeprägt, trotzdem bin ich schlank und eher groß. Ich empfinde es fast als Belastung, große Brüste mein Eigen zu nennen, aber den meisten Männern fällt es schwer, mir in die Augen zu sehen, wenn sie vor mir stehen – und ich gebe zu, es macht mir Spaß, meinen Busen zu betonen – es ist so leicht, Männer willenlos zu machen. Ich ging also in die Disco, bestellte mir einen Jack Daniels mit Cola und wartete. Ich wehrte einige mehr oder weniger plumpe Annäherungsversuche ab und blickte immer wieder zur Tür, um eventuelle “Opfer” gleich zu wahrzunehmen. Dann sah ich ihn. Nicht sehr groß, vielleicht 173 cm, schlank, halblange, braune Haare, er trug keinen Bart und er war allein. “Das ist der Typ für heute Abend” dachte ich mir und begann mit dem alten Spiel, das ich, wie ich meinte, perfekt beherrschte. Nur – er schien in keiner Weise darauf anzuspringen. Diese Haltung eines Mannes war neu für mich und ich griff in die nächste Schublade weiblicher Verführungskunst. Ich zog meine Jacke aus, darunter trug ich ein knallendes T-Shirt mit der Aufschrift: “Kiß me”, die Buchstaben waren so raffiniert plaziert, daß die Form meines Busens in Verbindung mit den Buchstaben ein Herz ergaben. Ich stand auf, ging den engen Gang entlang, den er gehen mußte und stand plötzlich vor ihm. Ich reckte ihm meine Oberweite entgegen und drückte mich an ihm vorbei. Ich bemerkte, daß er auf meine Brüste starrte, mir kam es fast so vor, als sei sein Blick neidisch.
Ich suchte seinen Augenkontakt, lächelte, er lächelte zurück, ging aber weiter – wieder war eine Chance vertan. Nun hatte meine weibliche Eitelkeit einen derben Tiefschlag erlitten. Ich kämpfte mit mir zwischen “Wenn er nicht will, hat er mich nicht verdient” und “Jetzt erst Recht!” und entschloß mich, nicht so schnell aufzugeben. Ich ging ihm nach und sah, daß er sich vor einen Spielautomaten stellte und Geldstücke hinein warf. Er verspielte nach und nach sein Geld, war aber in keiner Weise wütend oder sauer, wie Spieler oft sind, sondern schien sich gar nicht direkt auf das Spiel zu konzentrieren. Nun konnte ich nicht mehr anders, ich sprach ihn an: “Na, kein Glück heute?” Er sah mich an, irgendwie überrascht, schien es mir, und antwortete “Nein, aber der Automat gewinnt sowieso immer!” “Warum spielst Du dann eigentlich?” fragte ich ihn. “Nun, sollte ich mein Geld lieber vertrinken?” war seine Antwort. Das war ein schwerer Brocken, aber nun wollte ich ihn unbedingt haben. “Wenn Du Pech im Spiel hast, dann hast Du sicher Glück in der Liebe!” meinte ich und rückte ein Stück näher an ihn heran. “Nun ja, nicht unbedingt” antwortete er, und ich bemerkte, daß er mich nun mit etwas anderen Augen musterte. Der Diskjockey kennt mich ziemlich gut, er darf ab und zu mit mir schlafen, dafür hilft er mir in manchen Situationen, wie dieser hier. Ich warf ihm einen Blick zu, er kennt diesen Blick und ich wußte, das nächste Lied wird ein schönes langsames Lied werden. Und tatsächlich, er legte “Winds of Changes” von den Scorpions auf. “Keine Lust, zu tanzen?” meinte ich zu ihm, worauf er nur sagte “gut, gehen wir!”.
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